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Raus aus der Pessimismus-Falle!
November 27, 2025
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Erfolgsfaktor: Vorbereitung

Hürdenlauf als Beispiel für den Erfolgsfaktor einer perfekten Vorbereitung

Hürdenlauf als Beispiel für den Erfolgsfaktor einer perfekten Vorbereitung
Und wer es lieber sportlich hat: Natürlich fokussiert sich alles beim 100m-Lauf auf das eigentliche Rennen. Aber wenn sich die Läufer*innen nicht gut aufwärmen (ich spreche hier nicht vom gesamten Trainingsprogramm, sondern nur von der Zeit unmittelbar vor dem Wettkampf), dann gibt es mehr als nur schlechte Zeiten! Bildquelle: AdobeStock, 979816595

Viele Menschen erleben in der Adventzeit oft eine große Spannung in sich, weil die große Erzählung von der „stillsten Zeit im Jahr“ mit dem erlebten Stress einfach nicht mehr zusammengeht. Ich möchte dieses Erleben gar nicht wegdiskutieren, sondern lieber diese „Formel“ von der stillsten Zeit im Jahr anders beleuchten und dadurch für unseren beruflichen und privaten Alltag nutzbar machen.

Advent leitet sich vom lateinischen Zeitwort „advenire“ ab, das so viel bedeutet wie: an einen Ort kommen oder einfach ankommen. Advent benennt also eine Phase der Annäherung, keine Phase des Ziels oder der Ankunft. Und genau darin liegt für „gehetzte“ Führungskräfte eine ganz zentrale Botschaft, jenseits jeder Religion: Jedes wichtige Ereignis braucht eine entsprechende Vorbereitung – ein Zur-Ruhe-Kommen davor, damit das eigentliche Ereignis seine volle Wirkung entfalten kann!

Seit der Verbreitung von Video-Calls nehme ich allerdings eine ganz andere Tendenz wahr: Wenn ein Call bis 10:00 Uhr dauert, folgt der nächste sofort und unmittelbar anschließend; also genau um 10:00 Uhr. Es gibt also keine Zeit für ein sich Hineindenken, Hineinfühlen und Vorbereiten. Vielmehr stolpern wir gehetzt von einem Ereignis ins nächste hinein.

Die Begründung für dieses Verhalten ist: Ich hatte leider keine Zeit!

Im Strudel des Alltags merken wir meist gar nicht, dass dieser vermeintliche Zeitgewinn ein reiner Selbstbetrug ist! Wir sparen keine Zeit, sondern das Gegenteil ist der Fall: Wenn sich 10 Menschen treffen und alle sind gleich unvorbereitet, wird die individuelle Vorbereitungszeit in das Meeting verlegt. Da ich in einem Meeting dem anderen kaum sagen kann, dass diese Anmerkung nur einer ‚Teilvorbereitung‘ entstammt, und ich auch nicht sagen kann oder will, dass das leider ein ‚schlecht durchdachter Unsinn‘ gewesen sei, muss die ganze Gruppe jeder dieser ‚teilvorbereiteten‘ Meldungen Folge leisten. Das verbraucht noch mehr Zeit und führt oft in lange, mitunter mühsame und unproduktive Diskussionen. Und meist werden solche Entscheidungen beim nächsten Meeting ohnehin wieder aufgeschnürt, weil beim Nachdenken hat sich gezeigt … Und das Rad des Unvorbereitet-Seins dreht sich weiter!

Das Ergebnis dieser häufigen Praxis ist: Mehr Zeitaufwand bei gleichzeitig schlechterer Ergebnisqualität! – Und damit das genaue Gegenteil von Zeitersparnis!

Verfechterinnen und Verfechter des Spontanen werden vielleicht einwenden, dass erst das Unvorbereitet-Sein wirklich Neues ermögliche. Selbst wenn diese Aussage vordergründig gut klingt, ist sie leider meistens eine Ausrede, weil neue Lösungen kein Unvorbereitet-Sein, sondern vielmehr ein Unvoreingenommen-Sein dem anderen gegenüber von uns abverlangt. Wenn durch Andere etwas Neues, Anderes eingespielt wird, werde ich es nur dann produktiv aufgreifen und weiterentwickeln, wenn ich meine Meinung auch verrücken lassen kann. Und das gelingt umso besser, je besser ich vorbereitet bin, denn nur gut vorbereitete Personen haben sich mit den Grenzen und Einschränkungen ihrer eigenen Ideen auseinandergesetzt. Diese Person hat viel eher erkannt, wo und warum auch das eigene „Gold nicht überall glänzt“. Unvorbereitete Personen zeichnen sich im Gegensatz dazu dadurch aus, dass sie entweder nichts beizutragen haben oder ihre eigenen Aussagen dogmatisch verteidigen. Sie erkennen vielleicht darin die Dynamik so mancher Diskussion im eigenen Führungsteam.

Kurzum, der Advent könnte uns daran erinnern, dass wir jedem Meeting und jedem Gespräch dadurch Tiefe und Bedeutung geben könnten, indem wir die Zeit der Vorbereitung als zentralen Erfolgsfaktor für ein positives Ergebnis anerkennen und leben würden. Und er könnte uns als Zeitmangelwesen daran erinnern, dass wir mit einer besseren Vorbereitung nicht einfach viel Zeit sparen, sondern auch noch mit einer viel besseren Stimmung in den Meetings belohnt werden!

So betrachtet ist die Vorbereitung (Aufwärmübung) kein Zeitverlust. Im Gegenteil! Sie ist eine Sicherheitsvorrichtung für ein erfolgreicheres / wirkungsorientiertes Entscheiden und Handeln. Es geht also nicht darum, ob die Vorbereitungszeit „vergeudet“ und „vergeblich“ war, sondern wie das ganze Meeting wirkungsvoller werden kann!

Ich hoffe, dass diese Ausführungen dazu anregen, dem „Davor“ eine größere Bedeutung zu geben. Jedes Meeting und jede Entscheidung gewinnen deutlich an Qualität, wenn wir gut vorbereitet sind. Bei wichtigen Meetings und Klausuren hilft dazu oft ein externer Moderator, weil er Ihnen zu dieser wichtigen Vorbereitungsphase schon allein durch seine Rolle verhilft. Wir sollten es uns wert sein, nicht gestresst in die Zukunft hineinzustolpern, sondern sie gut vorbereitet und mit Freude zu gestalten – getreu meinem Motto:

Menschen verbinden ∞ Zukunft gestalten

Ihr
Dr. Kurt Schauer

Publikation

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