
Fake-News: Weniger ist mehr!
Mai 5, 2025
Strategie! Und wozu?
September 10, 2025
Um den Sehnsuchtsort „Leichtigkeit“ für den Führungsalltag (und wohl auch für den ganz persönlichen Alltag) besser greifbar zu machen, möchte ich die Musik als Vergleich heranziehen. Sie kennen hoffentlich dieses Gefühl, wenn in einem Konzert plötzlich „alles stimmt“ und die Zeit irgendwie stillsteht. Diese Erlebnisse gehen tief unter die Haut und sind mehr als ein Vergnügen, denn in diesen Momenten erleben wir uns wie verzaubert. Es ist das Erlebnis, dass einfach alles genau so ist, wie es im besten Fall sein sollte. Es ist das Gefühl gerade etwas Einzigartiges zu erleben.
Diese besonderen Erlebnisse speisen sich aus ein paar wenigen Bedingungen, mit denen unser Führungsalltag wieder mehr Leichtigkeit und Freude mit sich bringen wird. Ich beginne jeweils mit dem Vergleich in der Musik und leite dann zu den Führungsfragen über:
- Ich muss als Zuhörer*in auch wirklich zuhören. Wenn ich mit den Gedanken wo anders bin, nebenbei am Handy etwas nachschaue oder ich mich über meine Sitznachbarn ärgere – dann wird sich dieser Moment nicht einstellen. Und genauso ist es, wenn ich mit dem Vorsatz reingehe, dass heute etwas ganz Großartiges passieren muss. In beiden Fällen werde ich enttäuscht sein, und zwar egal wie großartig die Performance auch sein mag.
Diese erste Bedingung gilt es auch in unserem Führungsalltag zu beachten: Bin ich wirklich bei der Sache und den Menschen? – Wenn nicht, dann wird sich keine Leichtigkeit, sondern nur Enttäuschung einstellen.
- Die Musiker*innen müssen ihr Fach wirklich beherrschen. Sie müssen mit ihren Instrumenten lustvoll – auch im übertragenen Sinne – spielen können. Das spürt man sofort, weil jede Bewegung wie von selbst kommt, weil sie leicht wirkt, selbst dann und vielleicht sogar gerade dann, wenn es schwer ist. Was wir hier erleben, ist Meisterschaft! Musik wird dann zu Musik, wenn es kein Kampf mehr mit den Noten ist.
Diese zweite Bedingung gilt es ebenfalls zu beachten: Bin ich wirklich fit in der Sache, macht es mir Freude an einer guten Lösung mitzuwirken, ja diese selbst voranzutreiben? Umgebe ich mich mit Menschen, die das aus ihrem Fach heraus genauso sehen? – Wenn nicht, wird es keine Leichtigkeit, sondern nur Ausreden geben.
- Die Musiker*innen müssen das Stück wirklich verinnerlicht haben und es gerne spielen. Das setzt konsequente Übung – also Meisterschaft - voraus und eine Auseinandersetzung mit der Komponistin und ihrer Zeit. Wenn sie das Stück mit ihren vielen Facetten oft genug durchgespielt haben und auch jenseits dieses Stückes das Genre wirklich kennen und lieben, ja dann entstehen diese Momente der Verzauberung.
Gerade die dritte Bedingung erweist sich meist als die schwierigste, denn sie fordert Zeit für echtes Vertiefen und ein wirkliches Sich-Einlassen – also das genaue Gegenteil jener häufigen, beiläufigen Unvorbereitetheit. "Übung macht den Meister!" ist nicht nur ein alter Slogan. Übung ist Ausdruck dafür, dass ich mit großer Erfahrung und großem Repertoire mich in jedem Moment, den sich ändernden Bedingungen anpassen kann, ohne nervös zu werden. Umgeben Sie sich also mit Menschen, denen diese Meisterschaft ein Anliegen ist! – Andernfalls entstehen keine Leichtigkeit und keine Exzellenz – nur ernüchterndes Mittelmaß, auch wenn die Zahlen noch stimmen mögen.
Was bei der Musik offensichtlich ist, wird im betrieblichen Alltag oft vergessen: Leichtigkeit ist das Zeichen echter Meisterschaft. Und echte Meisterschaft ist die Voraussetzung für echte Spitzenleistung! Wer nicht wie ein Meister seines Fachs eins mit der Aufgabe wird, wer sich nicht gut vorbereitet hat, wer das eigene Instrument nicht als selbstverständlichen Teil seiner selbst erlebt, wer sein Instrument nicht liebt, wird dieses Gefühl der Leichtigkeit bei den anderen einfach nicht auslösen können – und auch nicht bei sich selbst! Beim Management ist es letztlich genauso wie bei der Musik. Ein kleiner Trost ist allerdings, dass eine mangelnde oder fehlende Leichtigkeit im Management weniger auffällt als in der Musik. Denn in der Musik speist sich das Erleben dieser Leichtigkeit ganz unmittelbar aus einem tiefen Empfinden der Selbstwirksamkeit bei den Musizierenden.
Ich wünsche Ihnen/Dir immer diese Leichtigkeit – also diese unbeschreibliche Selbstwirksamkeit. Und ich hoffe, dass ein bewussteres Wahrnehmen dieser drei Bedingungen für mehr Leichtigkeit in der Führung helfen möge. Viel Freude beim Ergründen dieser Bedingungen für Sie/Dich, um mehr Leichtigkeit in den Führungsalltag zu bringen – bei Ihnen/Dir selbst oder Ihren/Deinen Kolleg*innen, getreu meinem Motto: Menschen verbinden ∞ Zukunft gestalten
Ihr
Dr. Kurt Schauer




