Ziele und ihre Fehldeutung
Ziele und ihre Fehldeutung
Januar 15, 2021

Alternativenlos – ein gefährlicher Denkfehler!

Alternativenlos - es gibt immer mehr als einen Weg

Alternativenlos - es gibt immer mehr als einen Weg

Es ist das Ziel jeder guten Ausbildung nicht nur etwas zu wissen, sondern es in vielfältiger Form anwenden zu können - im besten Fall in einer neuen Art und Weise. Das ist Innovation. Das ist der Kern strategischer Entwicklung. Das ist das Fundament unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Wer jedoch „alternativenlos“ sagt, unterstellt, dass unsere Innovationskraft nicht ausreicht, um bessere Lösungen und Wege zu finden. Hier sollten wir wachsam sein, denn diese Haltung gefährdet letztlich die Innovationskraft der Menschen und in weiterer Folge unserer Unternehmen!
Wenn in der ohnehin für einige Brachen und für viele Menschen kritischen Corona-Krise der Begriff alternativenlos - wofür auch immer - verwendet wird, liegt darin eine langfristig viel größere Gefahr als im Virus selbst. Gegen ein Virus wird es Impfungen geben, wir können uns testen, Masken tragen usw. Aber wenn sich die Menschen daran gewöhnen, dass die wirklich heißen Dinge alternativenlos seien, verlernen sie in Alternativen zu denken und Innovation als Kernauftrag zu verstehen. Genau das brauchen wir aber, um unsere Gesellschaft und Wirtschaft weiter zu entwickeln, denn Innovationen sind per se eine Alternative zur vermeintlich besten Lösung. Ohne diese Alternativen werden wir schlicht nicht wettbewerbsfähig bleiben!

In der Politik wurde der Begriff alternativenlos als Slogan „there is no alternative“ durch Margaret Thatcher ins Rennen gebracht, um einen Bruch in der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik zu legitimieren. Dieser Slogan war so wichtig, weil diese Politik ja bei weitem nicht von allen Fachleuten und Unternehmer*innen mitgetragen wurde. Es musste also eine Stimmung erzeugt werden, dass dieser Weg unhinterfragbar, eben alternativenlos sei. Dies war also nicht fachlich-sachlich eindeutig, sondern eine politische Entscheidung. Das ist legitim und auch notwendig. Gefährlich war und ist dabei nur eine dogmatische Haltung und Argumentation. Was der katholischen Kirche vorgeworfen wurde, ist nun Teil des wirtschaftspolitischen Nicht-Diskurses geworden: Es gibt keine alternative Lösung und es gilt kein gutes Argument.

Dabei speist sich die Erfolgsgeschichte Europas genau aus der gegenteiligen Haltung. Die Aufklärung machte uns deutlich, dass Entwicklung dort stattfindet, wo wir die Dinge besser verstehen wollen und dadurch bessere Lösungen finden. In der zentralen Forderung der Aufklärung - in der Formulierung von Kant ist dies ja die Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit - steckt der Kern jeder Weiterentwicklung: Eben nicht hinzunehmen, dass es nicht anders geht - getreu der Wirtshausformel: „Das war schon immer so!“, sondern im Gegenteil, Innovation - d.h. Entwicklung - als Wert an sich zu leben.
Es geht also darum den eigenen Mitarbeiter*innen und manchmal wohl auch uns selbst Mut zu machen, dass

  • der Begriff alternativenlos erstens grundfalsch ist und
  • zweitens das Suchen und Finden von Alternativen gerade für die wichtigsten Menschen, die Mitarbeiter*innen, eine Grundvoraussetzung für die Freude an der Arbeit und für gute Leistungen ist.
Wenn Sie sich oder andere also wieder einmal in dieser „Alternativenlos-Falle“ erleben, hilft Ihnen hoffentlich diese Gewissheit, dass das Konzept „alternativenlos“ ein Denkfehler ist. Dies wird im Vergleich mit einer optischen Täuschung ganz deutlich: Das Auge sieht etwas, was einfach nicht da ist. Und genauso ist es hier mit dem Hirn, das einfach nur einen Weg zu sehen glaubt.

Wie bei allen Konflikten hilft es da, aus der eigenen Denkwelt auszubrechen, im Team mit Geschäftspartner*innen oder einem externen Sparingpartner bzw. einer externen Sparingpartnerin - also mit „Andersdenkenden“ – alternative, d.h. produktivere, innovativere und lustvollere Wege zu denken, zu entwickeln und dann zu gehen. Dass Ihnen/Dir das gerade in schwierigen Zeiten gelingen möge, wünsche ich von ganzem Herzen. Und vielleicht kann ich ja in meiner Rolle als strategischer Begleiter und Moderator auch einen persönlichen Beitrag dazu leisten, getreu meinem Motto:
Menschen verbinden ∞ Zukunft gestalten
Ihr Zukunftsberater Dr. Kurt Schauer

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